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25. November 2025

Googles AI Overviews: Wie stark die Klickrate wirklich sinkt – und was das für SEO bedeutet

#Marketing und Kommunikation

Google hat mit seinen AI Overviews die Suche neu erfunden – und das verändert das Verhalten von Milliarden Nutzer:innen grundlegend. Wo früher klassische Suchergebnisse dominierten, liefern heute KI-generierte Zusammenfassungen direkte Antworten. Das klingt nach Fortschritt, doch die Folgen für Website-Betreiber:innen sind deutlich spürbar: weniger Klicks, verschobene Sichtbarkeit und neue Spielregeln bei denen, die Nutzer:innen auf ihre Homepage ziehen wollen.

Aktuelle Studien aus den USA und Deutschland zeigen, wie tiefgreifend diese Veränderungen sind. Während Google von „besseren Klicks“ spricht, sehen viele SEO-Expert:innen einen strukturellen Wandel: Informationen werden zunehmend innerhalb der Suchmaschine konsumiert, anstatt auf externe Seiten zu führen. Die Frage ist also nicht mehr, ob sich die Suche verändert, sondern, wie schnell Unternehmen und Publisher auf diese Realität reagieren.

Weniger Klicks, andere Gewinner:innen

Zahlen aus einer Untersuchung des Pew Research Centers belegen: Sobald ein AI Overview in den Suchergebnissen erscheint, sinkt die Klickrate auf klassische Treffer um fast die Hälfte. Nutzer:innen bleiben häufiger auf der Google-Seite, lesen dort die KI-generierte Antwort und verlassen die Suche danach direkt wieder, ohne auf einen weiterführenden Link zu klicken und somit auf einer Webseite unabhängig von Google zu landen. Das geschieht nur noch bei einem Bruchteil der Quellen.

Parallel dazu zeigen Daten von SISTRIX für den deutschen Markt, dass sich die Gewichtung von Domains deutlich verschiebt. Plattformen mit hohem Vertrauensfaktor – etwa Wikipedia, öffentlich-rechtliche Medien oder medizinische Fachportale – werden in den Overviews bevorzugt dargestellt. Für viele andere Seiten bedeutet das einen dramatischen Rückgang an Sichtbarkeit. Besonders auffällig: Auch Googles eigene Produkte wie YouTube verlieren Reichweite innerhalb der neuen Darstellung.

Das Ergebnis ist eine neue Hierarchie der Aufmerksamkeit. Während einige wenige Quellen an Bedeutung gewinnen, verlieren viele Publisher, Marken und Unternehmen organischen Traffic, und damit auch potenzielle Kund:innenkontakte.

Antworten bereits vor dem Klick

AI Overviews verändern die Logik der Suche maßgeblich. Sie liefern Antworten sofort, direkt auf der Ergebnisseite. Und das oft so präzise, dass Nutzer:innen gar keinen weiteren Klick benötigen. Das hat weitreichende Folgen für alle, die auf organischen Traffic angewiesen sind:

  • Weniger Klicks: Laut Analysen sinkt die Klickwahrscheinlichkeit auf klassische Suchergebnisse um rund 50 %, sobald ein AI Overview angezeigt wird.
  • Mehr Absprünge: Nutzer:innen beenden ihre Suche häufiger nach der KI-Antwort.
  • Weniger Markenwirkung: Quellen werden zwar genannt, aber selten besucht – die Wahrnehmung der Marke bleibt flüchtig.
  • Veränderte Messbarkeit: Da Overviews vor allem bei längeren, komplexen Fragen erscheinen, lassen sich Traffic-Verluste kaum eindeutig zuordnen.

Für Publisher entsteht damit ein Dilemma: Wer Inhalte bereitstellt, ermöglicht der KI, darauf zuzugreifen, wird aber selbst seltener besucht. Wer Inhalte blockiert, riskiert hingegen, aus der Suchlandschaft zu verschwinden.

Googles Sicht: Qualität statt Quantität

Google selbst bewertet die Entwicklung positiver. Das Unternehmen spricht von einer „höheren Qualität der Klicks“: Menschen, die nach einer AI-Antwort trotzdem auf einen Link klicken, tun dies gezielter und bleiben länger auf der Zielseite. Aus Googles Perspektive also ein Fortschritt, denn die Suche liefert laut dem Unternehmen gezieltere Ergebnisse und motiviert deshalb Nutzer:innen, tiefer einzusteigen.

Auch betont Google, dass AI Overviews die Neugier fördern: Durch die neuen Antwortformate würden Nutzer:innen häufiger komplexe Fragen stellen, längere Suchanfragen formulieren und neue Themen entdecken. Diese Veränderung soll langfristig zu einem vielfältigeren und hochwertigeren Web führen – mit Inhalten, die mehr Tiefe bieten und besser strukturiert sind.

Doch die Branche bleibt skeptisch. Denn während Google von „besseren Klicks“ spricht, spüren viele Unternehmen schlicht weniger Traffic und damit weniger Sichtbarkeit, weniger Leads und sinkende Einnahmen aus Werbung.

Deutsche Analyse: Sichtbarkeit in Bewegung

Auch im deutschsprachigen Raum zeigt sich: AI Overviews verändern die Spielregeln des organischen Rankings. Die SISTRIX-Studie zu 8,89 Millionen Overviews verdeutlicht, dass besonders vertrauenswürdige Informationsquellen, etwa Nachrichtenportale, Gesundheitsseiten und staatliche Domains, stark profitieren.

Private oder kommerzielle Anbieter, Blogs und kleinere Marken hingegen verlieren. Die bekannten SEO-Muster, wie Keywords, Backlinks oder strukturierte Inhalte, reichen nicht mehr aus. Stattdessen zählen nun inhaltliche Autorität, Kontext und Datenqualität. Wer es schafft, von der KI als relevante Quelle identifiziert zu werden, bleibt sichtbar. Wer das nicht schafft, verschwindet im neuen Suchgefüge.

Der Übergang von SEO zu „AI Visibility“

Das klassische Suchmaschinenmarketing, wie wir es kennen, steht damit vor einem Wendepunkt. Statt nur auf Keywords zu optimieren, müssen Unternehmen ihre Inhalte so aufbereiten, dass sie für KI-Systeme lesbar, verwertbar und vertrauenswürdig sind.

Das bedeutet konkret:

  • Strukturierte Daten konsequent pflegen, um Maschinenkontext zu liefern.
  • Eindeutige, aktuelle Informationen bereitstellen, die sich klar zuordnen lassen.
  • Relevanz vor Reichweite stellen: lieber ein präzises Thema gut abdecken, als viele halbgar.
  • Inhalte mit Bezug zur Marke priorisieren: Qualität statt Quantität.

Fachleute sprechen hier bereits von einem Wandel hin zur sogenannten AI Visibility, also der Sichtbarkeit innerhalb KI-basierter Suchergebnisse. Wer frühzeitig versteht, wie diese Systeme Inhalte interpretieren, kann seine Reichweite sichern, selbst wenn klassische Rankings an Bedeutung verlieren.

Zwischen Vertrauen, Kontrolle und Transparenz

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Attribution und Nachvollziehbarkeit: AI Overviews nennen Quellen zwar namentlich, doch Klicks auf diese Links bleiben selten. Dadurch verschwimmen Urheberrechte, und hochwertige Inhalte verlieren an Sichtbarkeit, während ihre Aussagen in anonymisierten KI-Antworten aufgehen.

Zudem ist für Website-Betreiber:innen kaum nachvollziehbar, wann und warum ihre Inhalte in Overviews erscheinen. Ein gezieltes Opt-out existiert bislang nicht. Wer nicht möchte, dass Inhalte von der KI genutzt werden, muss sie vollständig von der Indexierung ausschließen. Das würde jedoch auch das Ranking in der klassischen Suche verhindern.

Publisher und Verbände sehen darin ein Ungleichgewicht: Google, so die Befürchtung, stärkt die eigene Plattform, während externe Inhalte zunehmend als Rohstoff für KI-Formate dienen. Erste juristische Beschwerden sind bereits eingereicht – die Diskussion um Transparenz und Fairness steht also erst am Anfang.

Wie Unternehmen jetzt reagieren sollten

Auch wenn die langfristigen Auswirkungen noch nicht vollständig absehbar sind, lassen sich erste Handlungsempfehlungen ableiten. Wer seine Sichtbarkeit im KI-Zeitalter sichern will, sollte:

  • Inhalte für Menschen und Maschinen zugleich schreiben: klar strukturiert, verständlich und faktenbasiert.
  • Eigene Expertise zeigen: Fachwissen, Originalität und Authentizität werden zu entscheidenden Ranking-Faktoren.
  • Semantische Optimierung nutzen: Themenfelder ganzheitlich abdecken, statt auf einzelne Keywords zu setzen.
  • Technische Sauberkeit sicherstellen: Strukturierte Daten, Metadaten und Ladezeiten sind nach wie vor relevant.
  • Reputation aufbauen: KI-Systeme bevorzugen Quellen mit hoher Glaubwürdigkeit und beständigem Nutzervertrauen.

Unternehmen, die frühzeitig auf AI-kompatible Content-Strukturen setzen, gewinnen doppelt: Sie bleiben sichtbar, wenn klassische Klickpfade seltener werden und stärken ihre Position als verlässliche Informationsquelle in einem zunehmend automatisierten Suchumfeld.

Wenn auch Sie sich unsicher sind, auf welche Inhalte Sie setzen sollen, stehen unsere Mitarbeiter:innen mit ihrer Expertise jederzeit zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns am besten frühzeitig.

 

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